Vielseitiges Programm nach frischer Rezeptur angerührt
10. Provinzschrei ist angerichtet – Katja Riemann, Joachim Gauck, Harry Rowohlt, Dirk Sager und Christoph Hein kommen nach Suhl
Der »PROVINZSCHREI – Thüringer Kunst- und Literatursommer« feiert vom 8. bis 16. September 2010 sein zehnjähriges Jubiläum. Zum kulturellen Festmenü sind erneut zahlreiche prominente Gäste aus Kunst und Kultur eingeladen, um am opulent gedeckten Tisch Platz zu nehmen und dem Publikum auserlesene Angebote zu unterbreiten. So ganz nach dem Geschmack der Freunde von außergewöhnlichen Biografien dürfte der Auftakt des diesjährigen PROVINZSCHREI am Mittwoch, den 8. September 2010, sein. Manfred Flügge wird dort die Biografie der jüdischen Weltbürgerin Marta Feuchtwanger vorstellen. Im Anschluss an die literarische Vorspeise wartet mit der Vernissage zur Udo-Lindenberg-Ausstellung »No Panic – Udo Lindenberg in Suhl« schon der nächste delikate Gang. Vor allem Udo’s Likörelle, die mit Hilfe von Eierlikör, Blue Curacao und anderen alkoholischen Getränken entstehen, werden deutschlandweit gern verkostet. Stefanie Kloß, die Frontfrau der deutschen Rockband »Silbermond«, hält darauf eine zuckersüße Laudatio.
Der Tisch ist gedeckt
Am Donnerstag folgt mit der Lesung des preisgekrönten Journalisten Alexander Osang der Auftakt zu einer Reihe von literarischen Genüssen im Rahmen des PROVINZSCHREI-Hauptbüfetts. So liest der vielfach prämierte Autor Christoph Hein am Samstag aus seinem Buch »Landnahme«, in dem er den Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz beschreibt. Exotischer wird es dann bei der Lesung des renommierten Fernsehjournalisten und ZDF-Auslandskorrespondenten Dirk Sager. »Berlin – Saigon« der Titel seines fernöstlich gewürzten Beitrages über seine Reisen in die andere Hälfte der Welt. Am Sonntag sorgen der Südthüringer Literaturverein und die beliebte Frauen- und Männerversteherin Martina Rellin im erstmals stattfindenden PROVINZSCHREI-Literaturcafé für ein wohl dosiertes poetisch und lyrisch überzuckertes Dessert. Landolf Scherzer, der wohl bekannteste Thüringer Gegenwartsschriftsteller, stellt am Dienstag, den 14. September, sein neues Buch »Letzte Helden« vor, und das ist garantiert nicht geschmacksneutral – die offizielle Deutschlandpremiere übrigens. Am darauffolgenden Donnerstag, den 16. September, bieten die Veranstalter mit Joachim Gauck, neben Angela Merkel wohl einer der derzeit populärsten Ostdeutschen, einen weiteren Höhepunkt in der kulturellen Speisekarte bevor die PROVINZSCHREI-Nachlese mit Harry Rowohlt, Deutschlands berühmtesten Übersetzer, Erzähler und Trinker, am 30. Oktober den Schlusspunkt unter das bunt gemischte Potpourri setzt.
Kulturelles Büfett vom Allerfeinsten
Zwischendurch gibt es natürlich reichlich Abwechslung von literarischer Kost. So ist Katja Riemann mit ihrem sicherlich nicht leicht zu verdauendem Programm »Friedensreich – Ein Doitschlandabend«, in dem sie Lieder der deutschen Rockband RAMMSTEIN singt und Texte von Sybille Berg rezitiert, der Stargast des Jubiläumsabends am Freitag, den 10. September. Mit dabei auch Michael Gerlinger, der moderiert, und singt, und entertaint, und dichtet, und liest und vielleicht auch kocht und somit weitaus mehr ist, als nur eine Beilage. Aus sonderbarer Gourmetküche wird sich am Jubiläumsabend das verrückte Modetheater »GNADENLOS schick« bedienen und das Publikum mit ungewöhnlichen Kreationen verzaubern. Was wäre ein gutes Festmahl ohne Musik? Mit dem Club der Toten Dichter, die sich Katharina Franck, die Frontfrau der Rainbirds, an die Seite geholt haben, wartet auf alle Besucher am Samstagabend ein wahrhaft verführerischer Hochgenuss. Mit vertonten Rilke-Klassikern werden die Musiker ihren Teil zum Gelingen des zehnten PROVINZSCHREI beitragen.
Vom geschickten Flambieren und der Kunst des Pfefferns
Und um Mitternacht wird flambiert, wenn Stumpen und Buzz Dee von KNORKATOR die Bühne entern. Schon irgendwie traditionell dann am Sonntag-Vormittag der 3. Suhler Dixieland-Kulturfrühschoppen mit der Botchkov-Group, die russischen Pfeffer ins Waffenmuseum bringen und mit ihrer scharfen Musik die Tanzbeine animieren, so dass alsbald die Pfunde purzeln. Natürlich ist auch an die künstlerische und kulturelle Versorgung der Kleinen gedacht, denn es gibt wieder Puppentheater, in dem sich ein gefräßiger Wolf an sieben kleinen Geißlein verschluckt. Christiane Kutik wird derweil den Eltern Tischmanieren beibringen und sie »Kreativ erziehen«. Und nicht zu guter Letzt ißt ja bekanntlich auch das Auge mit, weshalb für alle Cineasten am Sonntag, den 12. September 2010, mit »Hostess« ein besonderer DEFA-Film gezeigt wird. Annekathrin Bürger, einst beliebteste Schauspielerin in der DDR, blickt zurück und stellt ihre Biographie vor.
Alles in allem werden die PROVINZSCHREI-Besucher nach diesem Kulturfestschmaus wieder einmal mehr als satt sein.
Text: Hendrik Neukirchner
Programmübersicht
Stadtbücherei Suhl
Manfred Flügge: »Die vier Leben der Marta Feuchtwanger«
Sie war Gattin, Muse, Geliebte, Grand Dame, Jüdin und Weltbürgerin, Verfolgte und Emigrantin. Marta Feuchtwanger gehörte neben Katja Mann und Alma Mahla-Werfel zu den großen Dichterfrauen des 20. Jahrhunderts und war gleichzeitig eine Symbolgestalt des deutschen Exils. Das lange Leben (1891-1987) der charismatischen Frau birgt genügend Stoff für Manfred Flügges mehr als 400 Seiten füllende Biografie. 48 Jahre stand sie an der Seite ihres Ehemannes Lion und führte ein Leben zwischen Leid und Luxus. Ihr Weg führte sie von München über Berlin und das französische Sanary-sur-Mer schließlich ins amerikanische Exil nach Los Angeles. Marta war die wichtigste Mitarbeiterin und erste kritische Leserin der Texte ihres Mannes. Als Sportlehrerin war sie zudem seine Fitnesstrainerin, Ernährungsberaterin, Gärtnerin, sein Fenster zur Welt und sein Zuhause und nicht zuletzt auch fast 30 Jahre lang die Verwalterin seines literarischen Erbes.
Manfred Flügge hat für sein literarisches Portrait alle verfügbaren Quellen genutzt, darunter auch Lion Feuchtwangers bislang unveröffentlichtes intimes Tagebuch aus den Jahren 1906-1940, das den Romancier als schwierigen Partner und Erotomanen ausweist.Manfred Flügge, der zeitweise in Paris lebt, wurde 1946 in Berlin geboren. Er studierte Romanistik und Geschichte in Münster und Lille. Zu seinem Werk gehören Romane, Erzählungen, Biografien, Rezensionen, Theaterstücke, Hörspiele und Übersetzungen aus dem Französischen.
Rhön-Rennsteig-Sparkasse, Filiale Suhl-Steinweg
Vernissage zur Verkaufsausstellung: »No Panic – Udo Lindenberg in Suhl«
Ein Sonderzug voll Acryrelle, Likörelle und Leinwände (Mit einer Laudatio von Stefanie Kloß von Silbermond) und den Panik Komplizen
Wissen Sie eigentlich, wo Udo Lindenberg das erste Mal im Rahmen einer Tournee live in der DDR aufgetreten ist? »Hallo Suhl«, begrüßte der General des Deutschrocks in seiner gewohnt schnoddrigen Art seine Fans am 6. Januar 1990 in der Suhler »Stadthalle der Freundschaft«. In der südthüringer Bezirksstadt ging für Lindenberg ein großer Traum in Erfüllung. Das Konzert in Suhl war der Auftakt zur ersten DDR-Tournee des Panikrockers, um die er so lange hat kämpfen müssen. Die »Stadthalle der Freundschaft« machte ihrem Namen alle Ehre und über 3.000 Fans sorgten für eine unvergessliche Stimmung, die selbst beim hartgesottenen Lindenberg für Tränen und den mehrmaligen Totalausfall der Stimme sorgte. Weit über 30 Stunden hatten die Lindenberg-Fans im Vorfeld an den Kassen gestanden, um eines der begehrten Tickets für den Preis von 38 Mark zu ergattern. Riesig dann der Jubel, als der Musiker die Bühne betrat, der von allen Künstlern aus den alten Bundesländern vielleicht am offensivsten
für ein wiedervereinigtes Deutschland eingetreten ist und aus seinem Traum nie ein Geheimnis machte. Lindenberg zeigte sich gerührt: »Das ist ein großer Tag auch für mich als Privatmensch, nach all den Klemmigkeiten mit eurem Oberfuzzi Honecker.« Der Saal kochte und bei den starken Balladen wie »Horizont« oder »Mädchen aus Ostberlin« wogte ein Meer von Wunderkerzen und Feuerzeugen durch die »Stadthalle der Freundschaft«. Erst einen Tag nach seinem Auftritt in Suhl, stand Lindenberg in der »Heldenstadt« Leipzig auf der Bühne – Suhl hat am 6. Januar 1990 deutsche Musikgeschichte geschrieben. Ob Udo Lindenberg am 8. September persönlich zur Vernissage seiner
Ausstellung »No Panic – Udo Lindenberg in Suhl« erscheinen wird, ist noch offen. Was aber da sein wird, ist eine Menge seiner Leinwandarbeiten, seiner Likörelle und Aquarelle – oder besser Acryrelle, wie der
Meister die Bilder selbst bezeichnet. Der Musiker Udo Lindenberg malt seit 1995. Aus kleinen »Udogrammen«, Frauchen und Männchen mit Hut, schuf er seinen eigenen Malstil. Kein geringerer als Joseph Beuys
brachte ihn zur Malerei. Er regte ihn an, es einfach zu versuchen, denn – laut Beuys – kann jeder in allen Bereichen des Lebens ein Künstler sein.
Mit flotten Strichen und leuchtenden Farben komponiert Udo seine Gemälde zu Freude bringenden Unikaten. Den ganz speziellen Lindenbergschen Bildwitz erzielt er durch eingebrachte Schlagworte oder Sinnsätze. Mit leichter, lockerer Hand setzt er farbenfrohe Bilder zusammen, verarbeitet inhaltlich dabei eigene Songtexte genauso, wie
zeitkritische Themen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Die von ihm entwickelte Technik des Likörell, ließ er sich sogar patentieren. Die fröhlichen Zeichnungen sind durchaus auch ernst zunehmen – wie Lindenberg als Person das seit Jahrzehnten selbst vorlebt. Jedes der Bilder von Udo Lindenberg ist ein Unikat, also signiert, betitelt und mit Echtheitszertifikat versehen. Die Nachfrage nach den Bildern von Lindenberg ist enorm – mittlerweile malt Udo mehr als er singt. Damit sind natürlich auch gute Chancen der Wertsteigerung möglich!
Udo über seine Malerei: »Es malt durch mich hindurch. Ich sitze vorm weißen Papier, beobachte und staune, was da entsteht - ’ne Menge kesse Jokerei und Visionen für morgen. Die Malerei muss die Leute nach vorne begleiten, wie ein guter Song, ein guter Film von Michael Moore. Bilder sollen Spaß machen, bis der Hut wegfliegt. Darauf einen
Eierlikör- schnell wird daraus ein Likörell.«
Hinterm Horizont geht’s weiter – Die PANIK KOMPLIZEN legen an
»Mensch, der Lindenberg ist ja doch selbst gekommen!« Da steht er, live-haftig, mit charakteristischem Hut und großer, schwarzgeränderter Sonnenbrille. Bewegt sich wie Udo, gestikuliert wie Udo und singt auch noch so. Er nuschelt die Songtexte ins Mikro, schwingt das Kabel und tanzt ganz so, als würde er stolpern. Für das Goldkehlchen gibt’s Eierlikör – und für die Zuhörer »Sternenreise«, »Cello«, »Mädchen aus Ostberlin«, »Andrea Doria«, den »Sonderzug nach Pankow« und die »Reeperbahn«. Arndt Rödiger, Sänger der Udo-Lindenberg-Coverband PANIK KOMPLIZEN, versteht sich perfekt auf seine Doublerolle. Alles passt bis ins Detail und er kennt den Hamburger Altrocker natürlich auch persönlich. Gemeinsam mit dem Pianisten und Eisenacher Zahnarzt Matthias Heinemann hat sich Arndt Rödiger einen Traum erfüllt. Beide zusammen begeistern seit ein paar Jahren die Udo-Fans landauf und landab mit einer einzigartigen und absolut authentischen Bühnenshow. Passend zur Ausstellung »No Panic – Udo Lindenberg in Suhl« werden die PANIK KOMPLIZEN zur Vernissage einige der besten Udo-Songs aus ihrem Repertoire spielen.
Stefanie Kloß kommt nach Suhl
Nach einem mehr als erfolgreichen Live-Jahr mit mehr als 60 Konzerten und 250.000 Konzertbesuchern können Silbermond auch 2010 nicht zur Ruhe kommen. Ausverkaufte Touren, wochenlange Chartplatzierungen, Platinalben, jede Menge Auszeichnungen wie Echos und Cometen, ein Bambi und ein MTV-Award – zweifelsohne ist „Silbermond“ eine der populärsten und erfolgreichsten deutschen Rockgruppen der letzten Jahre. „Silbermond“ ist bekannt für seine gelebte und ehrliche Nähe zu den zahlreichen Fans, weshalb gerade die Konzerte immer wieder vor Stimmung überkochen. Seit 2008, als „Silbermond“ auf dem Nummer 1 Album „Stark wie zwei“ von Udo Lindenberg mitwirkten, verbindet die Band mit dem Panikgeneral eine enge Freundschaft. Frontfrau der Band aus dem sächsischen Bautzen ist die gleichermaßen sympathische wie rockige Stefanie Kloß, die zur Vernissage der Ausstellung „No Panic – Udo Lindenberg in Suhl“ die Laudatio halten wird und im Anschluss Autogramme für ihre Fans gibt.
Präsentiert von der Rhön-Rennsteig-Sparkasse
Congress Centrum Suhl/ Bankettsaal
Alexander Osang aus "Im nächsten Leben"
Alexander Osang hat sich mit seinen hintergründigen, hellsichtigen und pointierten Reportagen ein großes Publikum erobert. In seinem zehnten Publizistik-Band beschreibt der preisgekrönte Spiegel-Journalist vor allem Menschen, die gern etwas anderes sein wollen, die von einem nächsten Leben träumen oder einen Neuanfang wagen. Er porträtiert den Schauspieler Ulrich Mühe, der nie seiner ostdeutschen Vergangenheit entfliehen konnte, den Hollywood-Reporter Tom Kummer, der sich nicht nur Interviews mit Filmstars ausdachte, einen Pforzheimer Zuhälter, der endlich aus dem Rotlichtmilieu treten will, deutsche Rentner, die in Thailand das Paradies suchen, amerikanische Kriegsveteranen aus fünf Jahrzehnten, die keinen Frieden finden, den Musiker Cat Stevens, der sein Heil in einer neuen Religion sucht und viele andere Menschen, die auf eine zweite Chance hoffen.
Alexander Osang, Jahrgang 1962, Studium der Journalistik in Leipzig, Wirtschaftsredakteur, später Chefreporter der Berliner Zeitung, 1999–2006 Reporter für Spiegel und Berliner Zeitung in New York, 1993, 1999, 2001 Egon-Erwin-Kisch-Preis, 1995 Theodor-Wolff-Preis, Roman: »Die Nachrichten«, Frankfurt / Main, 2000.
In Kooperation mit der CCS - Congress Centrum Suhl - Touristik und Congress GmbH in der Reihe „Mimenspiel“
Autohaus Ehrhardt AG
Jubiläumsabend 10 Jahre provinzschrei mit Katja Riemann, Arne Jansen, Michael Gerlinger und dem Modetheater GNADENLOS schick
»FRIEDENSREICH – Ein Doitschlandabend«, Katja Riemann liest Sibylle Berg und singt Rammstein, Arne Jansen spielt Gitarre
Was ist los in Schrebergärten und Boutiquen, im Theater, unter Journalisten und Ökos, in der Bahn und anderswo? Im Osten, wie im Westen? Vor ungefähr einem Jahr hatte Katja Riemann, Schauspielerin, Sängerin, Kinderbuchautorin und UNICEF-Botschafterin in einer Person, die Idee zu diesem Abend. Unter zu Hilfenahme der Texte von Sibylle Berg und der Musik der Berliner Metall-Band Rammstein befasst sie sich gemeinsam mit Arne Jansen mit dem Thema Deutschland. Dass dabei freiwillig oder unfreiwillig Komik entsteht, bedarf keiner Erklärung, dass darüber hinaus Sehnsucht und die Fähigkeit zur Schwermut kolportiert wird, ebenfalls. Nach der Premiere des Stückes am Deutschen Theater in Berlin gab es Standing Ovations für Programm und Künstler. Das Publikum in Suhl darf sich auf einen Abend freuen, der gleichermaßen aufregend, unterhaltsam und provokativ ist, sowohl inhaltlich, als auch musikalisch.
Zitat: »Es ist nicht immer angenehm, aus seiner schaukelnden Ruhe geschüttelt zu werden, es ist nicht immer schön, zu schauen, was man sich schön geschaut hat. Ich habe diese Texte nicht geschrieben, (leider), ich habe sie zu einem Konzept vermengt und einen Abend erfunden, den es so nicht gab; ich versuche mit ihnen in einer Weise interpretatorisch umzugehen, dass etwas heraus gehört werden kann, was man so noch nicht gehört hat. Mich interessiert, Menschen anzuregen; vielleicht ärgern sie sich oder lachen oder denken einen neuen Gedanken oder erleben einen Gedanken, der der ihrige war, ohne das er jemals so konkret formuliert gewesen wäre. Vielleicht sogar sagt man: ach scheiße, zu bequem geworden.« (Auszug aus einem Interview mit Katja Riemann zum Programm »Ein Doitschlandabend« in der Neuen Westfälischen vom 20. 11. 2009).
Katja Riemann, geboren und aufgewachsen bei Bremen, ist Schauspielerin und Sängerin. Nach dem Studium des zeitgenössischen Tanzes und Schauspiels in Hamburg, Hannover und München hatte sie 1987 ein erstes Theaterengagement an den Münchner Kammerspielen, anschließend am Berliner Schillertheater. Seit 1993 ist sie freischaffend. Mit zahlreichen Rollen bei Film und Fernsehen, wie 1987 in Peter Beauvais’s »Sommer in Lesmona«, für den sie den Adolf-Grimme-Preis erhielt, machte sie sich deutschlandweit einen Namen. Seit dem bekam sie dreimal den Deutschen Filmpreis, dreimal den Bayrischen Filmpreis, den Ernst Lubitsch Preis, je zweimal den Bambi und die Goldene Kamera. Für ihre Hauptrolle in Margarethe von Trotta’s »Rosenstraße« erhielt sie 2003 den goldenen Löwen von Venedig und für den Soundtrack zum Film »Bandits«, den Sie gemeinsam mit Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz geschrieben hat, 1997 die Goldene Schallplatte. Von der kühlen Blonden des deutschen Films der 90er Jahre hat sie sich längst zur vielbeachteten Charakterdarstellerin entwickelt. Ihre bekanntesten Filme sind: »Abgeschminkt«, »Ein Mann für jede Tonart«, »Der bewegte Mann«, »Himmel und Hölle«, »Stadtgespräch«, »Nur aus Liebe«, »Bandits«, »Die Apothekerin«, »Comedian Harmonists«, »Rosenstraße«, »Ich bin die Andere«, »Das wahre Leben«, »Ein fliehendes Pferd«, »Die Grenze«.
Arne Jansen, geboren in Kiel, aufgewachsen in Flensburg, ist Musiker. Er machte nach dem Abitur ein Studium der Jazzgitarre an der Universität der Künste in Berlin und spielte unter anderem mit Paul Van Dyk, Gitte Haenning, Jocelyn B. Smith, Naked Raven, Zülfü Livaneli, Tim Fischer. Mit dem »Arne Jansen Trio« wurde er 2007 Preisträger beim Studiowettbewerb des Berliner Senats. 2008 erhielt er mit »Firomanum « den Förderpreis beim »Jazz Baltica«.
Gerlinger moderiert, singt, entertaint, liest, spricht und führt durch den Abend – Stefan Groß begleitet ihn an der Gitarre
Schauspieler, Sänger, Entertainer, Conférencier, Moderator und unbequemer Zeitgeist – Michael Gerlinger scheint in keine Schublade zu passen. Kult waren zu jener Zeit, als er bei dem vom Publikum ungeliebten Schweizer Res Bosshart, von 2002 bis 2005 Intendant des Südthüringischen Staatstheaters in Meiningen, als Schauspieler zu Höchstform auflief, seine Meininger LateNight-Shows. Aber auch Gerlingers spontane und künstlerisch doch immer sehr niveauvolle Ausflüge ins musikalische Genre haben die zahlreichen Besucher begeistert. Sein »Salon Furore« (u. a. mit Stefan Groß) ist vor allem mit dem Rio-Reiser-Programm »Der Traum ist aus« überregional bekannt geworden. 2007 war Michael Gerlinger das erste Mal beim provinzschrei in Suhl und hat es auf seine unnachahmliche Art und Weise als Moderator in kürzester Zeit geschafft, im ausverkauften Saal zur »Langen Nacht der Liebe« eine knisternde Stimmung zu erzeugen, die mehr als nur eine Gänsehaut hinterlassen hat. Ähnlich wie vor drei Jahren wird Michael Gerlinger durch den provinzschrei-Jubiläumsabend führen und die Moderation mit kreativen Zutaten aus all seinen künstlerischen Schubladen ausschmücken, aus denen er sich bedient wie ein Alchimist, der das jahrtausendelang gesuchte Mischungsverhältnis der Goldsynthese entdeckt hat. Begleitet wird er dabei vom Meininger Theater-Gitarristen Stefan Groß.
Michael Gerlinger wurde 1967 in Konstanz am Bodensee geboren. Zum Zivildienst ging er als Pfleger in ein Krankenhaus nach Hamburg und machte dort eine Ausbildung zum Schauspieler an der »Stage school of music dance and drama«. Es folgten zehn Jahre als freier Schauspieler in Hamburg mit Engagements u.a. am Thalia Theater, Kampnagel, Altonaer Theater, Theater N. N., dem Schauspielhaus und eigenen Programmen. 2003 ging er mit Intendant Res Bosshart nach Meiningen. Nach zwei künstlerisch sehr interessanten Jahren und dem darauf folgenden »Weggang« des Intendanten, blieb er noch ein Jahr unter neuer Intendanz, um sich dann wieder der freien Arbeit zu widmen. 2006 initiierte er ohne Startkapital, aber mit viel Behördensteinen, die ihm in den Weg gelegt wurden, die Meininger LateNightShow als Produzent und Entertainer und sorgte damit dafür, dass sich die Kunstform »politisch – satirischer – Notstandstrash« in Meiningen etablierte. Die Show war immer ausverkauft. Er gründete verschiedene Musikprojekte: »Klanggesang« (lebende Installationen, Unterhaltungsmusik, »The Cure«- und Nick Cave Projekte) und »Salon Furore« ( »Der Traum ist aus« – ein Rio Reiser Konzert). Als Schauspieler konzentrierte er sich seit 2006 verstärkt in Richtung Film und Fernsehen. Michael Gerlinger wohnt heute gemeinsam mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in Potsdam.
GNADENLOS-schick ist gleich gnadenlos gut!
Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich begeistern von den einzigartigen, farbintensiven, verrückt-originellen und völlig erdentfremdeten Modekreationen des Weimarer Modetheaters »GNADENLOS-schick«! Geprägt von einer gleichsam durchdachten wie auch spontanen Inszenierung der Beziehungen zwischen Mensch und Raum, zwischen Farben, Formen, Licht, Schatten, Material, Textil, Bewegung und Musik gelingt es den Darstellern des Modetheaters scheinbar im Vorbeigehen, eine extravagante und unvergleichlich exotische Spannung zu erzeugen und jedes Publikum mit Leichtigkeit zu wahren Jubelstürmen hinzureißen. Wer allerdings eine typisch konservative Modenschau erwartet, der wird sich wundern, denn das Feuerwerk an Ideen und Inspiration, an Farbe und Freude, an Komik und ungebändigter Ausprobierlust sucht nicht nur hierzulande seinesgleichen. Verantwortlich für all das »Theater« ist die Weimarer Modedesignerin Christel Schöne. Seit 1992 plant und organisiert sie die Auftritte des Modetheaters GNADENLOS-schick. Die von ihr inszenierten walk acts und »Modenshows« zählen mittlerweile zu den absoluten Geheimtipps in der bundesweiten Kunst- und Kulturszene.
Der Jubiläumsabend wird präsentiert von der Tageszeitung »Freies Wort«.
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Kinderbasteln
Natürlich gibt es auch zum zehnten provinzschrei ein spezielles Programm für die kleinen Kulturfans, denn viele Kinder freuen sich in jedem Jahr auf ihren eigenen Spielplan zum Thüringer Kunst- und Literatursommer. Und natürlich wird es auch wieder Puppentheater und Kinderbastelstraße geben. Diese ist von 15.00 bis 17.30 Uhr im Industriedenkmal aufgebaut. Das Thema lautet: »Natur hautnah erleben«. Die Kindergärtnerinnen vom Freien Kindergarten Suhl kümmern sich um die Kinder und fordern ihre Kreativität mit spannenden und spielerisch vermittelten Handarbeiten heraus – und die Eltern können sich ohne Sorgen bei Christiane Kutik die richtigen Tipps für eine alternative Erziehung holen.
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Kindertheater "Der Wolf und die sieben jungen Geißlein"
Der provinzschrei für die Kleinen – Puppentheater »Der Wolf und die sieben jungen Geißlein«
Wie ist es doch schön, mal allein zu Hause zu sein, nicht ständig das Gemecker der Mutter in den Ohren, keine Ermahnungen … Aber wenn die Nacht ihren schwarzen Mantel ausbreitet, am Himmel der gute Mond von Wolken verdeckt wird, dann erwacht im tiefen finsteren Walde ER – der gierige, schmierige, keimige, schleimige, mistige, listige und ewig hungrige Wolf … Hechelnd vor Gier läuft er zur Hütte der Geißlein, klopft an und denkt sich: »Da werd ich mal die Geißerchen verscheißerchen ... Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein — die Geißlein soll’n mein Frühstück sein ...« Keine Angst! Der Märchenerzähler Herr Drösel sorgt für ein gutes Ende, der Bösewicht liegt zu guter Letzt wohlverdient im tiefen Brunnen und die sieben Geißlein tanzen quietschvergnügt darum herum.
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Christiane Kutik "Kreatives Erziehen"
Ihr Motto ist kreativ erziehen: »Wenn ein Kind auf die Welt kommt, überschlagen sich die Gefühle: Da ist Glück und Freude - doch bald schon gibt es Spannungen, Ärger und Not. Das Kind ist eigenwillig. In der Beziehung beginnt es zu kriseln. Die Nerven liegen blank ... Kreativität ist notwendig, wenn wir unsere Kinder wirklich innerlich erreichen wollen: ihre Neugier, ihre Experimentierfreude, ihre Phantasie. Um diese wunderbaren Anlagen zu entfalten, brauchen Kinder Aufmerksamkeit, Zeit und Raum, ein kreatives Umfeld und Vorbilder. Das, was wir Erwachsenen vor den Augen der Kinder tun, ist dabei wirksamer als alle Diskussionen und Erklärungen. Kreatives Erziehen ist nur in den seltensten Fällen Naturbegabung. Doch es ist erlernbar. Dazu gebe ich in meinen Büchern, Vorträgen und Seminaren konkrete, praktische Anregungen.«
Christiane Kutik ist Coach, Trainerin und Buchautorin. Ihr Weg führte sie von der Kunst zur Erziehungskunst. Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München arbeitete sie als diplomierte Innenarchitektin im Bereich Innenraum- und Möbeldesign. Die Ankunft ihrer beiden Kinder auf dieser Welt war der Auslöser, ein neues
Kapitel aufzuschlagen. Nach einer zusätzlichen Ausbildung als Erzieherin arbeitete sie im konkreten Erziehungsalltag mit allen Altersstufen vom Säugling bis zum Jugendlichen. Seit 2003 leitet sie das IPSUMInstitut München mit der Ausbildung »Elternberater / in Frühe Kindheit.« Christiane Kutik hat mehrere Bücher veröffentlicht, publizierte in den
Zeitschriften »Erziehungskunst«, »Weleda-Magazin«, »Eltern Family«, »Eltern« und »a tempo« und trat in verschiedenen TV-Shows auf.
Die Lesung wird präsentiert von der Volkshochschule Suhl.
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Christoph Hein "Landnahme"
Lesung mit Christoph Hein: »Landnahme«
Zum Buch: Christoph Hein erzählt die Lebensgeschichte seiner Hauptfigur Bernhard Haber über fast fünfzig Jahre aus der Sicht und mit den Stimmen von fünf Wegbegleitern. Es ist der Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz, der mit der großen Geschichte scheinbar nichts zu tun hat und doch den Verlauf deutscher Geschichte vom zweiten Weltkrieg bis zur Jahrtausendwende exemplarisch spiegelt.
Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf / Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo er auch aufwuchs. 1967 folgte das Studium an der Universität Leipzig in den Fachbereichen Philosophie und Logik. 1971 schloss er das Studium an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Christoph Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Seit 1979 ist er freischaffender Autor und war von 1998 bis 2000 erster Präsident des gesamtdeutschen PEN-Clubs. Christoph Hein ist Heinrich-Mann-Preisträger, Lessing-Preisträger, Erich-Fried-Preisträger, hat den Walter-Hasenclever-Literaturpreis und den Eichendorff-Literaturpreis erhalten und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Sein Roman »Willenbrock« wurde von Andreas Dresen verfilmt und einige seiner lyrischen Werke von Hans-Eckardt Wenzel vertont.
Zitat: »Beim Schreiben versuche ich, Moral völlig raus zuhalten. Moral beschädigt das Bild, man fängt dann auf einmal an, wie ein Pfarrer zu arbeiten oder versucht, etwas zu beschönigen oder in Gut und Böse einzuteilen. Ich versuche eigentlich nur eine genaue Darstellung. Aber hinter der genauen Darstellung, die mitleidslos, klar und fehlerlos sein sollte, ist natürlich doch die Haltung des Autors erkennbar, und ich fürchte, dass ich manchmal auch ein Moralist bin.« (Quelle: mdr.de)
Präsentiert von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Thüringen und der Landeszentrale für Politische Bildung
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Dirk Sager "Berlin – Saigon. Eine Reise in die andere Hälfte der Welt – Reportagen und Portraits"
Lesung mit Dirk Sager: »Berlin – Saigon. Eine Reise in die andere Hälfte der Welt
– Reportagen und Portraits«
Zum Buch: Berlin-Saigon: mehr als 15.000 Kilometer mit der Eisenbahn. Die weiteste Reise auf Schienen, die von Deutschlands Hauptstadt aus möglich ist. Dirk Sager begibt sich auf ein Abenteuer, das ihn durch sieben Länder und zwei Kontinente führt, durch grandiose Landschaften und historische Orte, auf die Spuren mittelalterlicher Herrscher und moderner Mythen. Im russischen Smolensk begegnet er den Schatten Hitlers und Stalins, trifft fliegende Händler im Zug und besucht in Saratov, der letzten Stadt in Europa, die Nachfahren der Wolgadeutschen. Im asiatischen Teil der Strecke trifft er die Fischer vom sterbenden Aralsee, folgt der Route Marco Polos auf der alten Seidenstraße nach China und erlebt den Zauber der Wüste Gobi, die Dschingis Khan einst beherrschte. Entlang der chinesischen Mauer reist er nach Hanoi, spürt der Jahrtausende alten Zivilisation Vietnams nach - und entdeckt am Ende das Geheimnis der pulsierenden Metropole Saigon. Eine abenteuerliche Reise, die von der Faszination asiatischer Kultur und Geschichte ebenso zeugt, wie von der märchenhaften Schönheit des Ostens.
Dirk Sager wurde 1940 in Hamburg geboren und zählt zu den renommiertesten deutschen Fernsehjournalisten Von 1962 bis 1968 studierte er Amerikanistik, Politische Wissenschaft und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Nach Volontariaten und freien journalistischen Tätigkeiten sowie als Redakteur bei RIAS Berlin, arbeitet Dirk Sager seit 1968 für das ZDF. In den siebziger Jahren war er ZDF-Korrespondent in der DDR, anschließend Korrespondent in den USA und in Russland, wo er bis 2004 das Studio Moskau leitete. Heute ist Sager, der auch lange das Magazin »Kennzeichen D« moderierte, Sonderkorrespondent des ZDF. Er erhielt zahlreiche Preise, zuletzt, im Jahr 2002, den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Suhl hat Dirk Sager übrigens aus seiner Korrespondentenzeit in der DDR wie er selbst sagt »in bester Erinnerung«. Wir sind gespannt!
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Club der toten Dichter; Special Guest Katharina Franck (Rainbirds): "Eines Wunders Melodie"
Konzert mit dem „Club der toten Dichter“, Special Guest Katharina Franck (Rainbirds): Rainer Maria Rilke neu vertont »Eines Wunders Melodie«
Nach den beiden viel bejubelten und hoch gelobten CDs und Live-Programmen, »Das Buch der Lieder – Heinrich Heine neu vertont« (2006 / 2007 mit Dirk Zöllner als Gastsänger) und »Zweifach sind die Phantasien – Wilhelm Busch neu vertont« (2008 / 2009 mit Sänger Norbert Leisegang von Keimzeit), folgt nun das dritte Programm vom Club der toten Dichter. Wie kaum ein anderer Dichter vermag Rainer Maria Rilke seine Leser in eine Gefühlswelt zu entführen, die ihnen vertraut und gleichsam neu erscheint. Man fühlt sich zu Hause und doch erweitert sich der eigene Horizont. Seine Worte sind im Leben verhaftet und doch Poesie. Dieses Gefühl steht im Mittelpunkt der Neuvertonungen des Club der toten Dichter. Die Texte werden gesungen, schwingen sich frei und lassen dem Publikum Raum für die eigenen Gefühle. Wenn Katharina Franck Rilkes zauberhafte Lyrik singt, fängt der Text an zu atmen, die Musik trägt ihn und beides verbindet sich zu »Eines Wunders Melodie«. Mit Katharina Franck – als unverwechselbare Stimme und Kopf der Band »Rainbirds« bekannt – nimmt zum ersten mal seit Bestehen vom Club der toten Dichter eine Frau an der Seite von Reinhardt Repke, dem Gründer des CdtD, Platz und teilt sich mit ihm die Gesangs- & Gitarrenparts. Außerdem kehrt mit Schlagzeuger Tim Lorenz, Mitte der 90er ebenfalls bei den Rainbirds und bereits beim Buschprogramm brillierend, einer der bisherigen Mitmusiker zurück. Andreas »Spatz« Sperling, der zweite Sympathieträger von Keimzeit, übernimmt die Tasteninstrumente und mit Markus Runzheimer wurde der passende Bassist gefunden.
Das Konzert findet im Rahmen der Reihe »hör-mal im Denkmal« statt und wird präsentiert von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Rhön-Rennsteig-Sparkasse.
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Knorkator "Stumpen liest immer alles und singt vielleicht"
Mitternachtslesung
Knorkator mit Stumpen und Buzz Dee: Stumpen liest immer alles und singt vielleicht
Die beiden ehemaligen Mitglieder von Deutschlands meister Band der Welt Knorkator und inzwischen auch selbst bekennende Knorkatorfans haben nicht nur die Freude und Liebe aneinander, sondern auch am Benutzen von Literatur und Liedgut Anderer schätzen gelernt und wollen diese nun mit den zahlreich erwarteten Freunden am 11. September diesen Jahres teilen. Nachdem der internationale Erfolg der zwei künstlerischen Barbaren Stumpen und Buzz Dee während ihrer Flitterwochen eher erfolglos ausfiel (Brasilien 2 Gäste, Norwegen 7 Gäste, Argentinien 3 Gäste, Griechenland 1 Gast und Indonesien 0 Gäste), entschied das Management, weitere Gastspiele erneut im deutschsprachigen Raum zu veranstalten. Deshalb beehren uns die »Restknorkatoren« nach 2004 das zweite Mal in Suhl. Wir freuen uns ganz besonders, dass es zum 10. Jubiläum des provinzschrei geklappt hat, die vielbeschäftigten Müggelseetaucher vom Grunde der Berliner Badeanstalten loszureißen und sie zu uns in den bergigen Thüringer Wald zu manövrieren.
Stumpen ist nicht unbedingt und nur eine Zigarre, nein. Stumpen ist in erster Linie Entertainer einer ehemaligen etwas anderen Boygroup namens Knorkator. Stumpen kann aber auch eine Kerze, ein Hut, ein Stück Geweih oder eine Seescheide sein. Stumpen von Knorkator wurde 1964 in Berlin geboren. Seine Eltern gaben ihm den Namen Gero. Mit sechs wurde er bereits an der Musikschule Bezirk Köpenick in Klavier und Geige unterrichtet. Nachdem festgestellt wurde, dass seine Leidenschaft mehr dem Gesang galt, schulte man ihn in Chor-(Musik) und Gehörbildung. Mit 13 Jahren gastierte er als Hirtenknabe an der Deutschen Staatsoper Berlin in Giacomo Puccinis Oper »Tosca«. Nach Stimmbruch, Ausbildung zum Kaufmann und Wehrdienst verbrachte er seine Freizeit hauptsächlich mit Musik. Er gründete und sang in verschiedenen Bands: Die Amateure, Knautschzone, Funkreich und Beulshausen. 1994 gründete er mit Alf Ator die Kapelle Knorkator, welche in ihrer fast 15 jährigen Existenz und mit Unterstützung von Buzz Dee, Tim Buktu und Nick Aragua vielen Freunden Freude bereitet haben, Ende 2008 leider aufgelöst wurde.
Buzz Dee, geboren 1957 in Guben, lebt seit 1960 in Berlin. Sein erstes Instrument spielte er mit neun Jahren – eine Ukulele. Mit 15 Jahren wuchs das Interesse an Rockmusik und er spielte in der Folge Gitarre und Schlagzeug in mehreren Bands, u.a. bei Monokel, Novo, Metropol, Keks, De Buff Dicks und natürlich Knorkator. Heute ist Buzz Dee aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit Mario Le Mole hat Buzz Dee 2008 in Eigenproduktion die Scheibe »Wohnzimmer ab 40« veröffentlicht.
Waffenmuseum Suhl
3. Suhler Dixieland-Kulturfrühschoppen mit der Botchkov Group
3. Suhler Dixieland-Kulturfrühschoppen mit der Botchkov Group
Wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass knackiger Dixielandsound an einem spätsommerlichen Sonntagmorgen so viele Zuschauer und Zuhörer ins schöne Suhler Waffenmuseum locken kann? Zum dritten mal in Folge kann man dieses »mysteriöse« (Musik)-Schauspiel nun schon live beim provinzschrei erleben – wenn sich das Kulturwochenende allmählich dem Ende neigt und der letzte Veranstaltungstag mit einem zünftigen Dixieland-Kulturfrühschoppen eingeläutet wird. Eingeladen haben wir in diesem Jahr die deutsch-russische Botchkov-Group. Sie widmet sich einer stilistischen Bandbreite, die von Dixieland bis Modern Jazz reicht und Traditionen mit neuen Ideen und einzigartigen Interpretationen zu einem wahren Musikerlebnis vereint. Von einer durchdringenden Emotionalität und Ausdrucksstärke sind auch die eigenen Kompositionen des begnadeten Jazzers Evgueni Botchkov geprägt. Die bewegenden Klangwelten seiner Stücke erschaffen einmalige Stimmungen, die sich unwillkürlich auf die Zuhörer übertragen und der Gleichgültigkeit keinen Platz lassen. Dabei ist der Perfektionismus in Bezug auf ein notengetreues Spielen nicht das Hauptziel der Band – die Musiker sind bemüht, in erster Linie atmosphärische Energie zu transportieren und dem Zuhörer Stimmungen zu vermitteln. Dieser Philosophie fühlen sich die Mitglieder der Botchkov Group besonders verpflichtet.
Zitat: »Wir sind der Meinung, dass man die im Dixieland vorhandenen frischen und energiegeladenen Melodien auch genauso präsentieren kann. Spielfreude und instrumentales Können hauchen dieser wunderbaren Musik wieder neues Leben ein. Auch schon fast vergessene, swingende Schlager mit deutschen Texten finden ihren berechtigten Weg zurück ins begeisterte Zuhörerohr. Dass in diesem deutsch-russischen Projekt etwas bearbeitete, folkloristische Weisen nicht fehlen dürfen, versteht sich eigentlich von selbst.« (Evgueni Botchkov)
In der Besetzung: Evgueni Botchkov (sax), Ulrich Boss (piano), Sergey Bochkov (bass)
Der 3. Suhler Dixieland-Kulturfrühschoppen wird präsentiert vom Förderverein des Waffenmuseums.
Hotel Thüringen
Südthüringer Literaturverein im provinzschrei-Literaturcafe
Das provinzschrei-Literaturcafé mit dem Südthüringer Literaturverein und Martina Rellin
Im angenehmen Ambiente des Hotel Thüringen mitten in der Suhler Innenstadt wird es zum zehnten provinzschrei erstmals ein Literaturcafé geben. Bei einem köstlichen Stückchen Kuchen, einem Kännchen Kaffee, einem Eisbecher oder einer Tasse Tee können sich die Besucher entspannen und den Texten der vortragenden Autoren und Autorinnen lauschen. Der provinzschrei betritt mit diesem Programmpunkt wieder Neuland und ist gespannt, wie Sie, liebes Publikum, dieses Neuland beschreiten.
Der Südthüringer Literaturverein stellt ein »Lösungsmodell mit Rest« vor
Er ist im Literaturbereich einer der rührigsten Vereine in ganz Thüringen – und er war auch schon beim ersten provinzschrei vor zehn Jahren mit im Boot – der Südthüringer Literaturverein. Als Herausgeber des wunderschönen Literaturkalenders »Thüringer Ansichten« hat sich der Verein, der in diesem Jahr sein 20. Jubiläum feiert, weit über den Freistaat hinaus verdient gemacht. Aber auch sonst haben die Mitglieder des Vereins die Literaturlandschaft in Thüringen seit der Wende mit ihren Texten entscheidend geprägt und sorgen immer wieder dafür, das Südthüringen in literarischer Hinsicht nicht vom Rest der Welt abgeschnitten wird. »Lösungsmodell mit Rest« heißt denn auch das aktuelle Programm der Literaten um die Vorstandsmitglieder Holger Uske, Heidi Büttner und Sandra Eberwein. Das neue Programm basiert auf einer gleichnamigen, 94 Seiten starken Anthologie mit den besten Texten der Vereinsmitglieder und einigen auserlesenen Grafiken. Inhaltlich wird sich darin dem Thema »20 Jahre deutsche Einheit« gewidmet. Das Programm »Lösungsmodell mit Rest« wurde zum Thüringer Tag der Literatur am 26. März 2010 erfolgreich in der Stadtbücherei Suhl uraufgeführt und erlebt nun zum provinzschrei sozusagen seine zweite Auflage.
Martina Rellin weiß Bescheid! »Göttergatten – Was Männer wirklich über ihre Frauen denken«
Fast jede Frau weiß: Wenn’s drauf ankommt, schweigen sie. Männer! Doch das Klischee, Männer hätten nur Autos, Fußball und andere Frauen im Kopf, stimmt natürlich nicht. In diesem Buch steht, was Männer wirklich über ihre Frauen denken, was sie nervt und wofür sie sie lieben. Wahre Geschichten über den Ehealltag aus Sicht der Männer: Das ist neu, überraschend und ehrlich! In »Göttergatten« brechen Ehemänner ihr Schweigen, sie erzählen freimütig, selbstkritisch und oft ausgesprochen humorvoll. Und es zeigt sich: Männer schweigen gegenüber ihren Ehefrauen eher aus Bequemlichkeit, denn aus mangelnder Liebe. Sie wollen Missverständnisse und Streit vermeiden, wissen aber auch, dass sie oft das Gegenteil erreichen. Diese wahren Geschichten erlauben Frauen einen Blick in die Gefühls- und Erlebenswelt der Männer — und lassen erkennen, dass Männer durchaus beziehungstauglich und nicht zuletzt liebenswert sind.
Martina Rellin wurde in Hamburg geboren und lebt heute mit ihrer Familie bei Berlin. Ihre Ausbildung absolvierte sie 1983 bis 1985 an der Hamburger Journalistenschule unter dem wachsamen Auge des Sprachpapstes Wolf Schneider. 1994 bis 2001 war sie Chefredakteurin der bekannten Zeitschrift »Das Magazin«. Die Presse über ihre Bücher: »Das liest sich wie seinerzeit Maxie Wanders »Guten Morgen Du Schöne«.« Sie absolvierte in der Vergangenheit Hunderte Lesungen deutschlandweit und hatte zahlreiche Auftritte im Fernsehen und im Hörfunk. 2007 war sie bereits einmal zu Gast beim provinzschrei und erfreute das Publikum mit ihren Texten bei der »Langen Nacht der Liebe«.
Hotel Thüringen
Martina Rellin im provinzschrei-Literaturcafé
Das provinzschrei-Literaturcafé mit dem Südthüringer Literaturverein und Martina Rellin
Im angenehmen Ambiente des Hotel Thüringen mitten in der Suhler Innenstadt wird es zum zehnten provinzschrei erstmals ein Literaturcafé geben. Bei einem köstlichen Stückchen Kuchen, einem Kännchen Kaffee, einem Eisbecher oder einer Tasse Tee können sich die Besucher entspannen und den Texten der vortragenden Autoren und Autorinnen lauschen. Der provinzschrei betritt mit diesem Programmpunkt wieder Neuland und ist gespannt, wie Sie, liebes Publikum, dieses Neuland beschreiten.
Martina Rellin weiß Bescheid! »Göttergatten – Was Männer wirklich über ihre Frauen denken«
Fast jede Frau weiß: Wenn’s drauf ankommt, schweigen sie. Männer! Doch das Klischee, Männer hätten nur Autos, Fußball und andere Frauen im Kopf, stimmt natürlich nicht. In diesem Buch steht, was Männer wirklich über ihre Frauen denken, was sie nervt und wofür sie sie lieben. Wahre Geschichten über den Ehealltag aus Sicht der Männer: Das ist neu, überraschend und ehrlich! In »Göttergatten« brechen Ehemänner ihr Schweigen, sie erzählen freimütig, selbstkritisch und oft ausgesprochen humorvoll. Und es zeigt sich: Männer schweigen gegenüber ihren Ehefrauen eher aus Bequemlichkeit, denn aus mangelnder Liebe. Sie wollen Missverständnisse und Streit vermeiden, wissen aber auch, dass sie oft das Gegenteil erreichen. Diese wahren Geschichten erlauben Frauen einen Blick in die Gefühls- und Erlebenswelt der Männer — und lassen erkennen, dass Männer durchaus beziehungstauglich und nicht zuletzt liebenswert sind.
Martina Rellin wurde in Hamburg geboren und lebt heute mit ihrer Familie bei Berlin. Ihre Ausbildung absolvierte sie 1983 bis 1985 an der Hamburger Journalistenschule unter dem wachsamen Auge des Sprachpapstes Wolf Schneider. 1994 bis 2001 war sie Chefredakteurin der bekannten Zeitschrift »Das Magazin«. Die Presse über ihre Bücher: »Das liest sich wie seinerzeit Maxie Wanders »Guten Morgen Du Schöne«.« Sie absolvierte in der Vergangenheit Hunderte Lesungen deutschlandweit und hatte zahlreiche Auftritte im Fernsehen und im Hörfunk. 2007 war sie bereits einmal zu Gast beim provinzschrei und erfreute das Publikum mit ihren Texten bei der »Langen Nacht der Liebe«.
Cineplex Suhl
Annekathrin Bürger und Christian Georgi "Der Rest, der bleibt"
Lesung, Musik & Kino mit einer großen Frau des
ostdeutschen Kinos:
Annekathrin Bürger liest aus ihrer Biografie: Der Rest, der bleibt
Sie ist bekannt aus rund 85 DEFA-Produktionen, Fernsehfilmen und Serien sowie als Schauspielerin der Volksbühne Berlin. In den 1960er Jahren stieg sie neben Angelica Domröse zur beliebtesten jungen Schauspielerin der DDR auf. 1962 spielte sie in Frank Beyers »Königskinder« an der Seite Armin Mueller-Stahls. Schon frühzeitig war sie Filmstar in einem Land, das erklärtermaßen keine Stars wollte. Sie gehörte zu jenen Gesichtern, die jeder kannte in der DDR – Annekathrin Bürger. Trotz des Ruhmes war sie nie angepasst. Im Gegenteil. Sie wehrte sich gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann und setzte sich für drangsalierte Kollegen ein. Als 1989 jedoch die Mauern fallen und Hunderttausende Ostdeutsche in den Westen abwandern – bleibt sie hier und haut nicht ab. Vielen TV-Zuschauern ist sie heute als die Waschsalon- und Kneipenchefin Frederike aus dem »Tatort« Leipzig bekannt.
Annekathrin Bürger wurde 1937 in Berlin geboren. Ihre Biografie, »Der Rest, der bleibt«, beschreibt die Kindheit während des 2. Weltkrieges, Not, Flucht, Trennung und Wiederfinden, das Aufwachsen im Osten Deutschlands, den Beginn ihrer Karriere beim Film und auf der Theaterbühne in Senftenberg, die Rückkehr nach Berlin mit ihrem Ehemann Rolf Römer, die Zeit als gefeierter Star bis zur Wende, den Unfalltod ihres Mannes 2000, sowie das Leben danach, im ehemals gemeinsamen Haus in Berlin-Köpenick. Und das Buch beschreibt auch ihre Herkunft aus einer über Generationen gewachsenen Künstlerfamilie. Annekathrin Bürgers Biografie ist das Zeugnis einer großen DDR-Schauspielerin. Das Lebensdokument einer geradlinigen Frau: kämpferisch, weise und bescheiden zugleich.
Musikalische Begleitung: Christian Georgi (Flöte und Saxophon)
Christian Georgie ist Flötist und Saxophonist. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin sammelte er wichtige Erfahrungen als Orchestermusiker im klassischen Bereich, aber auch im Jazz, Blues und internationaler Folklore. Heute ist er ein gefragter Studiomusiker und arbeitete u. a. mit Gerhard Schöne, Reinhard Mey, Hannes Wader, Gisela May, Mikis Theodorakis und Esther Ofarim zusammen.
Cineplex Suhl
Kinofilm "Hostess"
Nach der musikalischen Lesung mit Annekathrin Bürger und Christian Georgi
am Sonntag, 12. September 2010, ca. 21.30 Uhr im CINEPLEX Suhl
Raus aus dem Alltag: Kinofilm »Hostess«
Hostess Jette und Automechaniker Johannes sind seit zwei Jahren ein Paar und leben in einer kleinen Dachwohnung. Als Johannes eines morgens feststellt, dass man heiraten solle, weil alle Paare das tun, und weil man so Steuern sparen könne, lehnt Jette ab, packt ihre Koffer und geht. Längst ist ihr Johannes zu bequem geworden, verbringt die meiste Zeit mit Autos und Fernsehen und hat noch nie zu ihr gesagt: »Ich liebe Dich«. Neben ihrer Arbeit, bei der sie tagtäglich Touristen durch das Ostberlin der Siebziger Jahre führt, versucht sie nun ihr neues Leben in den Griff zu bekommen und landet nach einigen Affären doch wieder bei Johannes. »Ich liebe Dich!«, konnte ihr auch kein anderer Mann sagen. »Hostess« sahen 1976 über 1,3 Millionen Zuschauer – ein gigantischer Publikumserfolg in der DDR. Neben den für die damalige Zeit spektakulären erotischen Szenen sorgte auch die hochkarätige Filmmusik mit Titeln der Stern-Combo Meißen, von Veronika Fischer, dem Günther Fischer-Quintett und Nina Hagen für den großen Erfolg, der Annekathrin Bürger zum DDR-Filmstar machte. Regie führte Bürgers zweiter Ehemann Rolf Römer, der u.a. auch von Gisela Steineckert (provinzschrei-Gast 2006) unterstützt wurde.
Buchhaus Suhl
Landolf Scherzer aus "Letzte Helden" (Buchpremiere)
Stadtbücherei Suhl
Joachim Gauck "Winter im Sommer – Frühling im Herbst"
Erinnerungen eines friedlichen Revolutionärs: Joachim Gauck blickt zurück
»Winter im Sommer – Frühling im Herbst«
Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied. Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.
Joachim Gauck, geboren am 24. Januar 1940 in Rostock, war von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit. Seit 2003 ist er Vorsitzender des Vereins »Gegen Vergessen – Für Demokratie«. Er lebt in Berlin und war 2010 Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.
Präsentiert vom Förderverein der Stadtbücherei Suhl. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, der Stiftung Aufarbeitung und der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.
Stadtbücherei Suhl
Literaturwettbewerb: Auswertung, Prämierung und Lesung
Auswertung des Literaturwettbewerbes zum Thema „Freiheit“
Feierliche Auszeichnung der Prämierten und öffentliche Lesung
Freiheit bedeutet im Allgemeinen, das ein Mensch ohne Zwang zwischen mehreren Möglichkeiten auswählen und sich entscheiden kann. Freiheit ist ein weiter Begriff, ein geflügeltes Wort und ein Sammelbecken unterschiedlichster Varianten, wie Freiheit (aus)gelebt werden kann. Bedeutet Freiheit bereits, sich aussuchen zu dürfen, was man am Morgen anzieht, oder wird diese Freiheit bereits dadurch beschränkt, dass man im Kleiderschrank gar nicht die Sachen hat, die man gern anziehen würde? Bedeutet Freiheit, sagen zu dürfen, was man denkt, oder ist man frei, wenn man nur das sagt, was andere hören möchten? Sind wir in den neuen Bundesländern seit zwanzig Jahren frei, oder schon viel länger? Macht es Sinn, die Freiheit aufzugeben, um Sicherheit zu gewinnen – oder verliert man am Ende beides? Muss man für Freiheit kämpfen, oder ist die Freiheit gegenwärtig? Was ist für Dich Freiheit? Was bedeutet frei sein? Bist Du frei in Deinem Land? Fühlst Du Dich frei? Wann und wo bist Du frei? Wo sind die Grenzen der Freiheit oder lässt sich Freiheit nicht umzäunen?
Um diese Fragen zu beantworten, waren Thüringer Schülerinnen und Schüler aufgerufen, sich am Schreibwettbewerb des Vereins provinzkultur e.V., des Fördervereins der Stadtbücherei Suhl und der Tageszeitung Freies Wort zu beteiligen. Nach der feierlichen Auszeichnungszeremonie werden die prämierten Jungautoren- und Autorinnen ihre Siegertexte lesen. Außerdem wird zeitgleich die Anthologie mit den besten Arbeiten des Literaturwettbewerbes präsentiert. Die Veranstaltung ist kostenfrei und für alle Interessierten offen. Jeder der wissen will, wie unsere kreative Jugend tickt, sollte sich die öffentliche Lesung nicht entgehen lassen. Auch Schulklassen sind willkommen!
Panorama-Restaurant "Papillon" im Arcadia-Hotel-Suhl
Harry Rowohlt liest und erzählt/ provinzschrei-Nachlese
Harry Rowohlt liest und erzählt
provinzschrei-Nachlese mit dem berühmtesten deutschen Übersetzer, Erzähler und Trinker*
»Früher uferten seine Lesungen regelmäßig aus. Er erzählte eine Anekdote und nahm ein Glas, machte eine Anmerkung und nahm ein Glas, am Ende hatten sich die Zuschauer vier bis sechs Stunden amüsiert. »Schausaufen mit Betonung« nannte er das, legte aber Wert darauf, dass er »erst zehn Minuten nach der Lesung besoffen« war. Das alles änderte sich 2007. Da wurde bei ihm Polyneuropathie diagnostiziert, eine Nervenkrankheit, die die Extremitäten befällt. Er konnte nicht mehr gehen, »die Füße melden Glatteis, auch wenn man sieht, dass da gar keins ist«. Seitdem trinkt er nicht mehr – »zum Erstaunen meines Neurologen«. Das Gehen klappt wieder, die Lesungen erreichen fast wieder die alte kultige Länge. Doch die weiteren Aussichten beschreibt er mit Zynismus: »Leider gehört auch der Kopf zu den Extremitäten, weshalb ich jetzt im Schnelldurchlauf so dumm werde, wie die meisten Menschen bereits sind. Dann wird es schön, dann werde ich endlich verstanden.« Denn Rowohlt ist ein Bildungsbürger, wie er kaum besser im Buche stehen könnte. (...) Zugleich ist ihm der leicht unbürgerliche Auftritt wichtig, womöglich pflegt er allein deshalb seinen Rauschebart. (...) Mit Behagen erinnert der Autor daran, dass er in Hamburg wegen seines Aussehens mal nicht zu seiner eigenen Lesung zugelassen worden ist.« (Quelle: 26. 03. 2010; Anne Grages und Sabine Maguire, auszugsweise in www.wz-newsline.de; Westdeutsche Zeitung)
Harry Rowohlt wurde am 27. März 1945 in Hamburg geboren. Früh schon las er sich in der Bibliothek seiner Großmutter Weltliteratur an, schulte sein Vokabular an Autoren wie Fedor von Zobeltitz und wünschte sich einen Bart. Er besuchte das Walddörfer-Gymnasium in Hamburg und absolvierte eine Lehre als Verlagsbuchhändler beim Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main. Später war er Volontär im nunmehr von seinem Halbbruder Heinrich Maria Ledig-Rowohlt geleiteten Rowohlt Verlag. Sein Amerikanistikstudium in München absolvierte er an einem Freitag innerhalb von zweieinhalb Stunden. Harry Rowohlt arbeitete zeitweilig auch bei der New Yorker Grove Press, später in Deutschland als Werbetexter in einer Werbeagentur. Seit 1971 ist er freiberuflicher Übersetzer aus dem Englischen. Daneben wurde er bekannt als Vortragskünstler, als Autor der Kolumne »Pooh‘s Corner« in der Zeit sowie als Darsteller des Obdachlosen Harry in der Fernsehserie Lindenstraße.
*Schweizer Radio DRS 3, 14.05.2008
Die Lesung wird präsentiert von der Rimbach Buchhandlung.




























