Der 11. Provinzschrei lässt den Thüringer Wald atmen
Ungewöhnliches Festival, ungewöhnlicher Name, ungewöhnliche Orte, ungewöhnliche Atmosphäre, ungewöhnliches Programm vom 2. bis 25. September 2011
Vom Brüllen der Hirsche und anderen Schreien
Wenn Mitte September der nahende Herbst allmählich die bergige Landschaft in bunte Farben hüllt und graue, feuchte Nebelschwaden sanft über Flure, Täler, Gipfel, Fichten und Tannen ziehen, dann beginnt ein ganz besonderes Naturschauspiel im Thüringer Wald – denn dann brüllen die Hirsche während ihrer Brunftzeit. Ungefähr zur selben Zeit brüllt auch die südthüringische Provinz – und das nun schon im elften Jahr! Sie brüllt, ruft, tönt, trällert, musiziert oder schreit nach Kunst und Kultur, nach Literatur und Musik, nach Theater und Kino und ein Jeder, der nicht weiß, wie sich das Brüllen der Hirsche vom Schreien der Provinz unterscheidet, sollte den alljährlich stattfindenden „PROVINZSCHREI – Thüringer Kunst- und Literatursommer“ besuchen.
Martina Gedeck, Ralph Giordano, Robert Stadlober, Heinz Rudolf Kunze im Thüringer Wald
Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Menge Kultur geben, die den Thüringer Wald links und rechts des beliebten Fernwanderweges Rennsteig regelrecht aufatmen lässt. Höhepunkt wird zweifelsohne die musikalisch-szenische Lesung von Martina Gedeck sein, die aus Marlen Haushofers Erfolgsroman „Die Wand“ lesen, und dabei musikalisch begleitet wird. Weitere Schwergewichte des deutschen Kunst- und Kulturbetriebes haben sich angekündigt und beleben die Provinz mit ihrer künstlerischen Kreativität und Individualität. Ralph Giordano wird kommen, ebenso wie der Jungschauspieler Robert Stadlober und sein älterer Kollege Thomas Thieme. Jakob Hein liest, Heinz-Rudolph Kunze wird mit seinen genialen Texten überraschen, Jens-Uwe Bogadtke rezitiert Eberhard Esche, das Klezmerensemble Noisten und Nina Hoger werden mit ihrem Programm „Tiefer beugen sich die Sterne“ an Else Lasker-Schüler erinnern. Der bekannte Reportage-Schriftsteller Landolf Scherzer berichtet sozusagen live aus Tschernobyl und Andrej Hermlin erzählt, wie man als Sohn eines berühmten Autors sein eigenes Leben leben musste. Es gibt einen Dadaismusabend mit dem Schauspieler Michael Gerlinger und eine Ausstellung unter dem Titel „FantaFiction – Fantastische Malerei und Grafik“, die am Tag der Vernissage mit einer Buchlesung des Bestsellerschreibers und mehrfachen Phantastikpreisträgers Markus Heitz verbunden wird. Alles in allem wiederum ein ungewöhnliches Programm an vielen unterschiedlichen und ungewöhnlichen Orten – in historischen Waffenfabriken, in Bibliotheken, Stadttheatern, Museen, Hotels, Kongresshallen und Galerien in Suhl, Schmalkalden und Hildburghausen.
Und wenn dann Ende September der PROVINZSCHREI in eine kurze Pause geht, um Luft zu holen für das nächste Jahr, dann wird es allmählich wieder ruhig im Thüringer Wald und wenn er sich Mühe gibt, kann der aufmerksam Wandernde auch wieder die Hirsche brüllen hören.
Nähere Informationen zum Festival:
Termin in 2011:
02.09. – 25.09.2011
Nachlese: 29.10.2011
Programmänderungen vorbehalten!









